Presseinformation der Initiative D21 vom 24.06.2008
Deutschlands Internetlandschaft wird homogener
(N)ONLINER Atlas 2008: Berliner surfen an der Spitze / Zuwachs der Internetnutzung in allen Bundesländern
Berlin, 24. Juni 2008 – Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg sowie das Land Schleswig-Holstein belegen im Bundesländer-Vergleich der Internetnutzung die ersten Plätze. Berlin knackt als einziges Bundesland die 70-Prozent-Marke. Hamburg liegt mit 69 Prozent Onliner-Anteil knapp dahinter. Rang drei belegt Schleswig-Holstein mit fast 69 Prozent. Jedes dieser drei Bundesländer liegt in der Internetnutzung deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 65,1 Prozent. Unterdurchschnittlich schneiden dagegen die östlichen Flächenländer – insbesondere Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern – sowie im Westen das Saarland ab. Dort liegt der Anteil der Onliner jeweils noch unter 60 Prozent. Die Ost-West-Schere bleibt bezüglich der Internetnutzung folglich weiter bestehen. Das sind die zentralen Ergebnisse der Internetnutzung nach Bundesländern im (N)ONLINER Atlas 2008, einer Studie der Initiative D21, durchgeführt von TNS Infratest. Der (N)ONLINER Atlas ist Deutschlands größte Studie zur Internetnutzung und Nichtnutzung
Bei den Zuwachsraten fällt das Saarland – eben noch am Ende der Rangliste – positiv auf: die Saarländer konnten ihren Onliner-Anteil binnen eines Jahres um 6,1 Prozentpunkte steigern. Nur Rheinland-Pfalz (8,5 Prozentpunkte) und Bayern (7,0 Prozentpunkte) verzeichnen noch größere Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr. Berlin und Bremen haben gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern die geringsten Zuwachsraten bundesweit – alle weniger als drei Prozentpunkte. Mecklenburg-Vorpommern fällt hierbei auf, denn es rangiert sowohl beim Onliner-Anteil als auch bei den Zuwachsraten an jeweils einer der hintersten Positionen.
Insgesamt betrachtet fallen die Unterschiede zwischen den Bundesländern geringer aus als in den Vorjahren. Der Abstand zwischen dem Bundesland mit dem höchsten Onliner-Anteil und dem Bundesland mit dem niedrigsten Onliner-Anteil nahm von 17,3 Prozentpunkten in 2007 auf heute 14,5 Prozentpunkte ab. Folglich wird die deutsche Internetlandschaft homogener. Dennoch besteht auch weiterhin Handlungsbedarf: „Fortgesetztes Engagement zur Überwindung von „Digital Divide“ ist weiterhin nötig – Initiativen wie beispielsweise der Wettbewerb „Wege ins Netz“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, den auch die Initiative D21 unterstützt, sind daher notwendig und förderungswürdig“, sagt Robert A. Wieland, Mitglied des Gesamtvorstands der Initiative D21 und Geschäftsführer der TNS Infratest GmbH.
Auf Regierungsbezirksebene ergibt sich kein klares Bild hinsichtlich der Internetnutzung. Es zeigen sich auch innerhalb der einzelnen Bundesländer deutliche regionale Unterschiede. Die markantesten Unterschiede innerhalb eines Bundeslandes zeigen sich in Hessen: dort liegen zwischen dem Bezirk mit dem höchsten Onliner-Anteil (Darmstadt) und dem Bezirk mit dem niedrigsten Anteil (Kassel) acht Prozentpunkte. Insgesamt nehmen erfreulicherweise auch bei der Betrachtung der Regierungsbezirke die Unterschiede im Vergleich zum Vorjahr ab.
Stadt / Land – Noch mehr Breitband
Die Breitbandnutzung hat sich im vergangenen Jahr weiter dynamisch entwickelt. Im Bundesländervergleich gestalten sich die Ergebnisse ähnlich wie die der gesamtdeutschen Internutzung. So nimmt Berlin auch beim Breitbandanteil mit 68,2 Prozent der Onliner die Spitzenposition in Deutschland ein. Die östlichen Flächenländer bleiben in der Verbreitung der Breitbandanschlüsse erneut hinter dem Bundesdurchschnitt von 65,4 Prozent zurück, stechen wiederum durch die deutschlandweit größten Zuwachszahlen in der Breitbandnutzung hervor. Mit Ausnahme von Sachsen können alle neuen Bundesländer deutlich überdurchschnittliche Zuwächse verzeichnen. Die Breitbandlandschaft ist dadurch in diesem Jahr auf Länderebene deutlich homogener geworden: Von 2007 auf 2008 hat sich der Abstand der Bundesländer mit dem höchsten bzw. niedrigsten Breitbandnutzeranteil von 21,2 auf 11,3 Prozentpunkte deutlich verringert.
Mehr Frauen, noch mehr Männer
Der Onliner-Anteil der Frauen in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Bayern ist von 2007 auf 2008 überdurchschnittlich angestiegen. Dagegen tut sich die weibliche Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen offenbar schwer mit dem Einstieg in das Internet: hier gab es im zurück liegenden Jahr das geringste Wachstum. In Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sind die Männer stark auf dem Vormarsch. Diese Länder haben im Vergleich zum Vorjahr die größten Wachstumsraten bei der männlichen Bevölkerung.
2008 überschreitet der weibliche Anteil an der Internetnutzung indes in allen Bundesländern, abgesehen vom Saarland, die 50-Prozent-Marke. Der männliche Anteil liegt mit Ausnahme von Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in allen Bundesländern bei über 65 Prozent. In Hamburg sind deutschlandweit die meisten Männer (82,7 Prozent) online.
Methodensteckbrief (N)ONLINER Atlas 2008: Grundgesamtheit: Deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahre mit Festnetz-Telefonanschluss im Haushalt; 64,82 Mio. Personen; Stichprobe: Repräsentativ mit 52.503 Interviews; Auswahl: Standardisiertes Zufallsverfahren (random last two digits) auf Basis des ADM-Telefonmastersample; Erhebung: Computergestützte Telefoninterviews (CATI) im Rahmen der TNS-Omnibusse in der Zeit vom 22. Februar bis 14. Mai 2008; Definitionen: Onliner = Nutzer des Internets, unabhängig von Ort und Grund der Nutzung; Nutzungsplaner = Nichtnutzer mit der Absicht, innerhalb der nächsten 12 Monate das Internet zu nutzen; Offliner = Nichtnutzer ohne Nutzungsplanung
Hinweis an die Redaktion: Einzelseiten aus dem (N)ONLINER Atlas 2008 können unter Angabe der Seitenzahl an kontakt(at)nonliner-atlas.de im JPG-Format, 300dpi bestellt werden. Weitere Informationen und Rankings zu den deutschen Onlinern und zur Breitbandnutzung liegen auf www.nonliner-atlas.de zum Herunterladen bereit.
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(N)ONLINER Atlas 2008
Der „(N)ONLINER Atlas 2008“ ist eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von TNS Infratest. Den diesjährigen Atlas haben Fujitsu Siemens Computers, Microsoft Deutschland GmbH, FIDUCIA IT AG, TNS Infratest GmbH, Deutsche Telekom AG, Wolters Kluwer Deutschland, Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ermöglicht. Im achten Jahr seines Erscheinens beleuchtet der (N)ONLINER Atlas erneut die Welt der Onliner, Nutzungsplaner und Offliner und verdeutlicht Unterschiede der Internetnutzung in Deutschland. Im Mittelpunkt der mit über 50.000 Interviews deutschlandweit größten Studie stehen die Zahlen der Internetnutzung nach Bundesland, Regierungsbezirk, Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand und Beschäftigung. Die Internetnutzung wird auch in diesem Jahr nach Postleitzahlengebieten ausgewiesen.
Ein Exemplar der Print-Ausgabe des „(N)ONLINER Atlas 2008: Eine Topographie des digitalen Grabens durch Deutschland“ kann gegen Zusendung eines mit 1,45 Euro frankierten und rückadressierten DIN A4 Umschlages an Kathleen Hiller, Stichwort (N)ONLINER Atlas, In den Wiesen 10, 29575 Altenmedingen kostenlos bestellt werden. Weitere Informationen und kostenfreier PDF-Download des „(N)ONLINER Atlas 2008“ unter www.nonliner-atlas.de
Initiative D21
Die Initiative D21 ist Europas größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft. Sie umfasst ein parteien- und branchenübergreifendes Netzwerk von 200 Mitgliedsunternehmen und -institutionen sowie politischen Partnern aus Bund, Ländern und Kommunen. Ihr Ziel ist es, die Informationsgesellschaft in Deutschland des 21. Jahrhunderts zu stärken. Mit ihren gemeinnützigen Projekten setzt sich die Initiative D21 dabei insbesondere für mehr “Digitale Integration”, “Digitale Kompetenz” und “Digitale Exzellenz” ein. Weitere Informationen unter www.initiatived21.de
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