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D21-Jahreskongress und E-CLIC Midterm Conference am 10. Juni 2010 im Deutschen Pavillon in Hannover
Die Herausforderungen um die Digitalisierung der Gesellschaften in Europa machen keinen Halt vor Grenzen. Daten werden um den Kontinent geschickt und nicht immer wird deutlich, wer über diese verfügt. Um diesem Bestandteil der Internetökonomie eine transnationale Diskussionsplattform zu geben, veranstaltet die Initiative D21 als Partner des EU-Projektes E-CLIC erstmals ihren Jahreskongress in einem internationalen Rahmen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und erwarten spannende Diskussionen unter dem Titel:
Daten – Die neue Leitwährung im digitalen Zeitalter?
Der Wirtschaftskreislauf mit digitalen Gütern und Dienstleistungen im Internet lässt sich momentan auf eine recht einfache Formel bringen: Die immateriellen Güter und Dienstleistungen sind im Bewusstsein vieler Menschen nicht mit dem klassischen Austausch von Geld gegen Ware vereinbar, da bereits die nächste Internetseite das gesuchte Produkt oder den benötigten Dienst „kostenlos“ anbietet.
Doch auch im Zeitalter des World Wide Web erhält man kaum etwas umsonst. Auch wenn die Anbieter oft niemanden direkt zur Kasse bitten (können), „bezahlt“ man den Mehrwert doch immer häufiger mit den eigenen Daten und der Preisgabe des persönlichen digitalen Profils, was sich als besonders wertvolle Währung für die Werbeindustrie und die dahinter stehenden Unternehmen erweist. Nur durch dieses Geschäftsmodell lassen sich zum Großteil die kreativen und innovativen Möglichkeiten des Webs finanzieren und erweitern.
Ob und welche Daten dabei jeder einzelne im Tausch für Dienste und Produkte preisgibt, über diese Tatsache ist sich bis heute noch kaum jemand im Detail bewusst. Zu jung ist dafür die Informationsgesellschaft, zu jung die Erfahrungen mit Datensammlungen sowie persönlichen Vorteilen und Nachteilen aus dieser Entwicklung. Die Komplexität und die damit verbundenen Entscheidungen können nur durch grobe Richtlinien von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft vorgegeben werden. Am Ende entscheidet jeder für sich selbst, wie stark er in dieses ökonomische Modell eingebunden werden möchte.
Unsere Gesellschaft hat seit der Aufklärung die Vernunft in den Mittelpunkt gestellt, um neues Wissen zu schaffen. Damit die Grenzen dieser Vernunft erweitert und der Mensch sich selbstbestimmt im digitalen Raum bewegen kann, sind Informationen über Funktion und Nutzen dieses Raumes unerlässlich. Die junge Generation wächst gerade in dieses Umfeld hinein bzw. bereits darin auf, durchläuft dabei aber momentan noch ein Bildungssystem, das sich der digitalen Gesellschaft erst vorsichtig nähert und öffnet. Diejenigen, die das Bildungssystem bereits durchlaufen haben, sind meist auf sich allein gestellt, um ein Gespür für den selbstbestimmten Umgang mit dem Internet zu erlangen.
Die Herausforderungen sind deutlich, werden aber noch unabsehbare Zeit darauf warten müssen, bis alle Verantwortlichen durch koordiniertes, verständliches und dem Zeitgeist entsprechendes Handeln die digitale Gesellschaft in Deutschland tatsächlich auf ihren Weg bringen. Gemeinsam mit ihren europäischen Partnern bietet die Initiative D21 mit dem Kongress eine neutrale Plattform für alle Beteiligten an diesem Prozess an, um einen ersten konstruktiven Schritt hin zu einer Gesellschaft zu gehen, in der jedes Individuum aufgeklärt und bewusst sich für oder auch gegen die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters entscheiden kann.
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