Die digitale Gesellschaft in Deutschland – Sechs Nutzertypen im Vergleich

Digitale Gesellschaft

Zunehmend verlagern sich Kommunikation, wirtschaftliches Handeln aber  auch  politische  Willensbildung  und  Willensäußerung  in  das  Internet.  Zwar  sind  laut (N)ONLINER  Atlas  2009 knapp  70  Prozent  der Deutschen  online,  aber für  nur  26  Prozent der  Bevölkerung  sind  die  digitalen  Medien  fester  Bestandteil  des  täglichen  Lebens.  Dass aber  eine  große  Mehrheit  der  Deutschen  nicht  an  den  durch  die  digitalen  Techniken eröffnenden  Möglichkeiten  partizipiert,  zeigt  erstmals  die  Studie  „Digitale  Gesellschaft  in Deutschland  –  Sechs  Nutzertypen  im  Vergleich“.

Digitale Gesellschaft

Weitere Informationen:


Presseinformation

18. März 2010

Studie: Große Mehrheit der Deutschen ist nicht Teil der digitalen Gesellschaft (pdf Datei)

  • 35 Prozent der deutschen Bevölkerung gehören zur Gruppe der „Digitalen Außenseiter“, 30 Prozent zu den „Gelegenheitsnutzern“
  • Lediglich 26 Prozent sind in der digitalen Alltagswelt angekommen

mit freundlicher Unterstützung von:

Segmentierung der Digitalen Gesellschaft

Typen im Vergleich – Nutzerübersicht

Typ 1: Digitale Außenseiter

Copyright: TNS Infratest

  • Durchschnittsalter 62,5 Jahre
  • Vorwiegend weiblich (66 %)
  • Überwiegend geringe formale Bildung
  • Vorwiegend nicht berufstätig (74 %)
  • Unterdurchschnittliches Haushaltseinkommen
  • Leben großteils in Ein- und Zwei-Personen-Haus-
    halten (78 %, davon 34 % in Ein-Personen-Haus-
    halten)

Typ 2: Gelegenheitsnutzer


Copyright: TNS Infratest
  • Durchschnittsalter 41,9 Jahre
  • Leicht erhöhter Frauenanteil (55 %)
  • Überwiegend einfache und mittlere formale Bildung
  • Geringer Anteil von Berufstätigen (56 %)
  • Durchschnittliches Haushaltseinkommen
  • Leben überwiegend in Partnerschaften oder in Familien (88 % – Haushalte mit zwei und mehr
    Personen)

Typ 3: Berufsnutzer

Copyright: TNS Infratest

  • Durchschnittsalter 42,2 Jahre
  • Geringer Männerüberhang (52 %)
  • Hauptsächlich einfache und mittlere formale Bildung
  • Höchster Anteil von Berufstätigen (85 %)
  • Überdurchschnittliches Haushaltseinkommen (33 % verdienen über Euro 2.500,- pro Monat)
  • Leben überwiegend in Partnerschaften oder in Familien (84 % – Haushalte mit zwei und mehr Personen, 52 % mit drei und mehr Personen im Haushalt)

Typ 4: Trendnutzer

Copyright: TNS Infratest

  • Durchschnittsalter 35,9 Jahre
  • Stark erhöhter Männeranteil (78 %)
  • Mittlere formale Bildung (40 %) und hoher Schüleranteil (13 %)
  • Eher berufstätig (65 %), aber auch hoher Schüleranteil (13 %)
  • Überdurchschnittliches Haushaltseinkommen (34 % verdienen über Euro 2.500,- pro Monat)
  • Leben überwiegend in Familien (56 % mit drei und mehr Personen im Haushalt) oder in Partnerschaften

Typ 5: Digitale Profis

Copyright: TNS Infratest

  • Durchschnittsalter 36,1 Jahre
  • Vorwiegend männlich (66 %)
  • Hohe formale Bildung (40 % mit Hochschul-
    abschluss)
  • Hoher Anteil berufstätig (81 %)
  • Stark überdurchschnittliches Haushaltsein-
    kommen (51 % verdienen über Euro 2.500,- pro Monat)
  • Leben überwiegend in Partnerschaften oder in
    Familien (85 % – Haushalte mit zwei und mehr
    Personen, davon 33 % Zwei-Personen-Haushalte)

Typ 6: Digitale Avantgarde

Copyright: TNS Infratest

  • Durchschnittsalter 30,5 Jahre
  • Erhöhter Männeranteil (60 %)
  • Hohe formale Bildung (40 % mit Hochschul-
    abschluss) und 9 % Schüler
  • Vorwiegend berufstätig (74 %)
  • Leicht unterdurchschnittliches Haushaltsein-
    kommen (52 % verdienen unter Euro 2.000,- pro Monat)
  • Hoher Singleanteil (26 % leben in Ein-Personen-Haushalten)

Potenzial-Index: Infrastruktur, Internetzugang, Kompetenz, Wissen

.

1. Infrastruktur (Angaben in Prozent)

Digitale Außenseiter Gelegenheitsnutzer Berufsnutzer
zu Hause geschäftlich zu Hause geschäftlich zu Hause geschäftlich
PC bzw. Notebook 28 7 98 29 92 69
PC 23 6 84 25 81 65
Notebook 7 1 56 11 42 16
Drucker 25 7 92 29 89 70
Digitale Kamera 13 0 76 7 70 19
Scanner 11 2 69 15 55 41
WebCam 2 0 32 1 18 3
Digitales HiFi-Gerät 5 0 52 2 37 6

.

Trendnutzer Digitale Profis Digitale Avantgarde
zu Hause geschäftlich zu Hause geschäftlich zu Hause geschäftlich
PC bzw. Notebook 100 43 97 84 94 85
PC 93 40 89 76 71 76
Notebook 58 16 70 41 72 41
Drucker 99 45 95 79 85 84
Digitale Kamera 86 30 91 39 95 39
Scanner 82 24 74 70 71 79
WebCam 68 9 47 10 64 24
Digitales HiFi-Gerät 78 5 70 5 84 23

.

2. Internetzugang (Angaben in Protzent)

Digitale Außenseiter Gelegenheits-nutzer Berufs-nutzer Trend-nutzer Digitale Profis Digitale Avantgarde
privat 14 94 87 96 96 89
geschäftlich 2 23 47 38 68 85
mobil 2 31 15 41 42 54

.

3. Kompetenz (Angaben in Prozent)

Digitale
Außenseiter
Gelegenheits-
nutzer
Berufs-
nutzer
Trend-
nutzer
Digitale
Profis
Digitale
Avantgarde
Suchkompetenz 18 94 94 100 97 93
Textverarbeitung
(einfach)
23 93 94 91 97 99
Textverarbeitung
(fortgeschritten)
11 57 70 83 95 80
Software installieren 7 59 65 95 95 88
Präsentation 3 45 45 87 88 87
Tabellenkalkulation 8 46 48 70 86 89
Makroprogrammierung 0 7 8 22 39 51
Website ins Netz stellen 2 16 8 62 48 62

.

4. Wissen

  • Begriffe wie „E-Mail“ oder „Homepage“ sind für einen Teil der Gesellschaft weitgehend unverständlich
  • Viele Nutzer haben Schwierigkeiten mit komplizierten Sicherheitsbegriffen