Studie über Kommunikation der Bundesministerien.
Wer sich mit Fragen über die Regierungsarbeit, einem Autogrammwunsch an den Minister oder der Bitte nach Informationsmaterial an ein Bundesministerium wendet, sollte das gute alte Telefax benutzen – dann ist die Chance auf eine Antwort am höchsten. Das hat eine Studie des Politik-Thinktanks politik-digital.de ergeben, der die 14 Ministerien sowie das Kanzleramt mit fiktiven Bürgeranfragen angeschrieben hat, um die Reaktionsfähigkeit zu testen.
Sieger in der Kurzstudie ist im Gesamtranking das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit 119 von 210 Punkten (56,7%). Auf den Plätzen zwei und drei landen das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) (55,2%) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 54,8% der maximal möglichen Punktzahl in der Gesamtwertung.
Wie schnell, gut und persönlich kommunizieren die Bundesministerien mit dem Bürger? Das war die Frage, die mit der Studie beantwortet werden sollte. Ministerien sind als wesentlicher Teil der Regierung die Orte, an denen politische Entscheidungen auf Bundesebene nicht nur vorbereitet, sondern auch umgesetzt werden. Bei Fragen zum politischen Handeln sind daher die Ministerien eine wichtige Adresse für Anfragen der Bürger.
Enttäuschend war der Befund bei der E-Mail-Kommunikation. Nur die Hälfte aller E-Mail-Anfragen wurden in dem vierwöchigen Testzeitraum überhaupt beantwortet und wenn, dann in sehr kurzer Form. Die meisten Antworten erhielten die Bürger, die ihre Anfrage per Telefax gestellt haben. “Das zeigt, dass viele Ministerien die Möglichkeiten der neuen Medienkanäle immer noch nicht erkannt haben”, so Stefan Gehrke, Geschäftsführer von politik-digital.de. Selbst der Testsieger BMZ erhielt nur 56,7 Prozent der maximal zu erreichenden Punktzahl. Abgeschlagen auf dem letzten Platz landete das Bundesumweltministerium mit nur 41 von 210 möglichen Punkten. “Ministerien sollten den Bürger als Kunden begreifen und sich an Unternehmen der Wirtschaft orientieren, denn hier geht es um die Aussenwirkung und damit auch gegen Politikverdrossenheit”, fordert Stefan Gehrke. politik-digital.de hatte bereits im Jahr 2006 das Kommunikationsverhalten der Bundesministerien auf eine ähnliche Weise überprüft. Sieger wurde damals das Auswärtige Amt, welches dieses Mal nur auf einen besseren Mittelplatz kam. Der diesjährige Sieger BMZ kam 2006 abgeschlagen auf den letzten Platz.
Die komplette Studie steht als PDF-Dokument unter www.politik-digital.de/politik_kommunizieren kostenlos zum Download bereit.
Kontakt:
Stefan Gehrke
Geschäftsführer
pol-di.net e.V. / politik-digital.de
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