Frankfurt, 24. November 2009. Digitale Informations- und Kommunikationsmedien spielen als Instrumente des Unterrichts eine immer bedeutendere Rolle in den Schulen. Dies hat auch Konsequenzen für die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Die Hochschulen in Kassel, Marburg und Frankfurt und das Amt für Lehrerbildung haben sich daher darauf verständigt, ihre Kooperation bei der Entwicklung medienpädagogischer Lehr- und Lernkonzepte künftig weiter zu intensivieren. Ziele und Inhalte der Kooperation konkretisieren die beteiligten Institutionen in einer Vereinbarung über „Neue Medien in der Lehrerbildung“, die nun in Frankfurt unterzeichnet wurde. Danach sollen sich Lehrerinnen und Lehrer bereits während ihres Studiums und anschließend im Referendariat intensiv mit dem kreativen und pädagogischen Potenzial digitaler Medien- und Kommunikationstechnologien befassen und diese zur Gestaltung moderner Lernszenarien nutzen.
Die Kooperation zwischen Hochschulen, Amt für Lehrerbildung und Studienseminaren dient zugleich der stärkeren Verknüpfung der drei Phasen der Lehrerbildung, Studium, Vorbereitungsdienst und berufsbegleitende Fortbildung. Zwar gab es in der Vergangenheit bereits zahlreiche teils sehr hochwertige Einzelprojekte zur pädagogischen Nutzung von Medien in Schule, Unterricht und Lehrerbildung. Fehlende Koordination und inhaltliche Abstimmung begrenzten jedoch die landesweite Wirkung auf die schulische Praxis.
Wolfgang Rupp, zuständiger Abteilungsleiter im AfL, stellte am 24. November in Frankfurt gemeinsam mit den Vertretern der Hochschulen den Kooperationsvertrag der Öffentlichkeit vor. „Lernen heißt in Zukunft immer mehr Lernen durch Medien“, erklärte er aus diesem Anlass. „Was wir dringend brauchen“, so Rupp weiter, „sind praxisorientierte medienpädagogische Lehr- und Lernkonzepte für alle Fächer und Schulformen. Die digitale Welt, das sich immer rasanter entwickelnde Internet, die zunehmend medientechnologisch geprägten Lebens- und Arbeitsbeziehungen, all dies müssen wir in das schulische Lernen und die Lehreraus- und -fortbildung mit einbeziehen. Dies gelingt uns aber nur gemeinsam.“
Mit der Kooperation „Neue Medien in der Lehrerbildung“ wollen die beteiligten Institutionen auch exemplarisch aufzeigen, wie die Qualität des Unterrichts durch eine möglichst enge Verbindung zwischen wissenschaftlicher Ausbildung an den Hochschulen und der berufsbezogenen Ausbildung im Referendariat gezielt verbessert werden kann. Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit der Hochschulen mit den Studienseminaren, die gemeinsam mit den Ausbildungsschulen für das Referendariat bzw. den pädagogischen Vorbereitungsdienst verantwortlich sind. Aufgabe des Amtes für Lehrerbildung wird es sein, die Arbeit landesweit zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass die erarbeiteten Materialien, Konzepte und Unterrichtsmodelle in allen drei Phasen der Lehrerbildung die erhoffte Wirkung entfalten.
Ein erstes gemeinsames Vorhaben der Kooperation stellt die Entwicklung eines landesweiten Medienkompetenzzertifikats für Lehrerinnen und Lehrer dar. Geplant sind außerdem regelmäßige Fachtagungen und die Herausgabe von Veröffentlichungen.
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