In ihrem neuen Bericht untersucht die EU-Agentur für Internetsicherheit ENISA 85 nationale und internationale Internetübungen aus dem Zeitraum 2002 und 2012. Der Bericht gibt sieben Empfehlungen. Weltweit wurden Informationen über nationale und multinationale Internetübungen gesammelt und in diesem Bericht analysiert. Wir fanden heraus, dass insgesamt 22 der europäischen Länder die nationale Internet-Sicherheitsübung während der letzten Jahre durchgeführt haben.
Die wichtigsten Ergebnisse sind:
- Internetübungen haben zahlenmäßig in den letzten Jahren zugenommen; 71% der Übungen wurden in den Jahren 2010-2012 durchgeführt. Grund dafür ist der allgemeine politische Kontext, der Internetübungen fördert. Weitere Faktoren sind ein stärkerer Fokus der EU-Mitgliedstaaten auf diese Thematik sowie die zunehmende Bedrohung durch grenzüberschreitende Internetzwischenfälle und -angriffe.
- Kooperationsbemühungen in den Bereichen Internetsicherheit und Internetkrisen erhalten immer mehr Aufmerksamkei
- Es gibt ein wesentliches Bedürfnis, die öffentlich-private Zusammenarbeit für Internet-übungen zu intensivieren, da die Eigentumsrechte der meisten kritischen Informations-infrastrukturen in privaten Händen liegen.
- Die richtige Planung, Überwachung und Auswertung der Methoden sind entscheidend für eine wirksame Internetübung.
Einige statistische Merkmale zeigen, dass:
- 64% der multinationalen Übungen mehr als 10 Länder involvierten. 13% beteiligten 6-10 Länder und 13% beteiligten 3-5 Länder.
- In 57% der Übungen hat die Teilnahme sowohl des öffentlichen wie auch des privaten Sektors zugenommen, während 41% ausschließlich den öffentlichen Sektor involvierten.
- Zwei Drittel der analysierten Übungen waren nationale Übungen und ein Drittel waren multinationale Übungen. Dies zeigt eine Tendenz für internationale Zusammenarbeit, wobei nationale Sicherheitsfragen meistens innenpolitische Belange sind.
Übungen generierten auch Medienstellflächen für 74% von ihnen sowie eine nationale Sensibilisierung für Internetsicherheit
Die sieben wichtigsten Empfehlungen des Berichts sind:
- Stellen Sie eine stärker integrierte globale Gemeinschaft für Internetübungsen auf;
- Stellen Sie den Austausch über bewährte Praktiken der Internetübungen sicher, einschließlich öffentlich-privater Zusammenarbeit;
- Förderung der Entwicklung des Übung-Management-Tools für eine bessere Wahrnehmung, Planung, Durchführung und Auswertung;
- Durchführung von komplexeren Internetübungen über Sektorgrenzen hinweg und auf internationalem und europäischem Level;
- Übungen sollten im Lebenszyklus der nationalen Krisen-Notfallpläne für das Internet-enthalten sein;
- Förderung guter Praxisbeispiele für nationale Übungen und Einführung einer Schritt-für-Schritt-Methode für grenzüberschreitende Internetübungen;
- Entwickeln von Feedback-Mechanismen für nachhaltiges Lernen aus den Internetübungen
Der Geschäftsführende Direktor der ENISA, Professor Udo Helmbrecht, äußerte: “Die ENISA-Studie zeigt, dass ein breiter Konsens für Internetübungen ein wesentliches Instrument ist, um die Gemeinschaft gegen Internetkrisen vorzubereiten und die Reaktionsfähigkeit von Interessengruppen gegen Vorfälle in kritischen Informationsinfrastrukturen- zu verbessern. Basierend auf dem Bericht sehen wir an den Ergebnissen eine wachsende Zahl von multinationalen Übungen, wie unsere jüngste Übung Cyber Europe 2012, an dem auch der private Sektor beteiligt ist. “
Bitte lesen Sie den vollständigen Report hier.
Hintergrundinformationen:
Maßnahmenplan für den „Schutz der Kritischen Informationsinfrastruktur“ (Critical Information Infrastructure Protection (CIIP), Digitale Agenda und der 2011 Kommunikation der CIIP.
Übersetzung. Das Englische Original ist die einzige maßgebliche Fassung.
www.enisa.europa.eu/media/enisa-auf-deutsch/
www.enisa.europa.eu
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Ulf Bergstrom, Sprecher, press@enisa.europa.eu oder Mobil: +30 6948 460 143, oder Panagiotis Trimintzios, Übungsdirektor, panagiotis.trimintzios@enisa.europa.eu
For all press enquiries please contact press@enisa.europa.eu
Quelle: Pressemitteilung vom 25.10.2012, ENISA – European Network and Information Security Agency
